베를린에서 온 소식

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[베를린에서 온 소식] 10 1989년 동서독국경에서의 역사

방송일
2017-12-29
진행
Charles V. Denkowski · 경덕현
시간
마지막주 금요일



Anjeong Hashimnika, sehr geehrte Horerinnen und Horer des North Korea Reform Radio in Nordkorea.
Je ireumeun Charles A. von Denkowski imnida. Jeoneun Berlin Togil e-seo wasseumnida. Sie horen den alle zwei Monate ausgestrahlten Bericht aus Berlin, heute gesendet zum Beginn des Monats November im Jahr 2017.

Ich mochte Sie heute in Form einer Sondersendung ohne Nachrichtenanteile uber die Offnung der am 13. August 1961 zwischen dem freien Westdeutschland und dem ehemals kommunistischen Ostdeutschland, der Deutschen Demokratischen Republik, abgekurzt, errichteten innerdeutschen Grenzwallanlagen informieren.
Denn in den Monaten vor dem Abend des 9. November 1989 kam es nach 28 Jahren deutscher Teilung durch die Offnung der Grenzubergange der Berliner Mauer zu einer Kette von Ereignissen, welche zur Wiedervereinigung der beiden geteilten Deutschlands fuhrten. Doch die Offnung der innerdeutschen Grenze geschah nicht ohne politischen Druck von den Burgerinnen und Burgern der DDR.
Was war vorher geschehen?
Die Burgerinnen und Burger der DDR, die wie in Nordkorea in Massenorganisationen organisiert waren, hatten in den zehn Monaten des Jahres 1989 einen starken politischen Druck gegen ihre kommunistische, nicht frei gewahlte Regierung aufgebaut.
Ein Pfeiler des gegen die Regierung entfalteten politischen Drucks waren Ausreiseantrage. Im ersten Quartal des Jahres 1989 waren es 89789 Antrage. Nur ca. 6000 konnten bearbeitet werden, weil die Verwaltung der DDR uberfordert war. Durch den Ausreiseantrag zeigten immer mehr Burgerinnen und Burger der Regierung der DDR, dass sie das kommunistische Regime nicht mehr unterstutzten.
Ein zweiter Pfeiler des politischen Drucks bestand aus einer zunehmenden Zahl von Republikfluchten. In den Wochen vor dem 9. November 1989 verließen tausende von DDR-Burgern ihr Land uber Ungarn, indem sie einfach ihre Kinder nahmen und fluchteten. Einige von diesen Fluchtenden wollten nicht auf die Bearbeitung ihres Ausreiseantrages warten. Diese zunehmenden Fluchten schwachten die kommunistische Regierung der DDR. Im Mai 1989 offnete die ungarische Regierung die Grenze zu Osterreich. Ca. 33.000 Burgerinnen und Burger der DDR fluchten in den Westen. Die Grenzoffnung und der Beginn dieser Fluchtwelle werden von internationalen Fernsehsendern weltweit ubertragen, was die kommunistische Regierung der DDR ebenfalls schwacht. Als 8000 Burgerinnen und Burger der DDR, die sich auf das Gelande der westdeutschen Botschaft in Prag gefluchtet hatten, mit Zugen auf dem Weg nach Westdeutschland noch einmal durch die DDR fahren mussen, besetzen weitere Ausreisewillige Bahnhofe. Mit Gewalt beenden Volkspolizei und Bowie Bu die Versammlungen an Bahnhofen, was sich landesweit unter der Bevolkerung der DDR herumspricht. Die kommunistische Staatsfuhrung erhalt zum 40. Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1989 auch Besuch von chinesischen Kommunisten und stimmt mit ihnen uberein, dass die Protestierenden alle Konterrevolutionare seien. In China waren einige Monate vorher tausende Menschen getotet, nachdem sie offentlich freie Wahlen und Meinungsfreiheit von der Kommunistischen Partei gefordert hatten. Die Polizei und die Bowie Bu der DDR reagierten zuerst auch mit viel Gewalt, aber ohne Schusswaffeneinsatz. Die Demonstrierenden wurden mit Wasserwerfern bespritzt, festgenommen, verprugelt und nach ihrer Festnahme zum Teil auch geschlagen. Das war ein wichtiger Unterschied zwischen der Reaktion Chinas und jener der DDR auf im Jahr 1989 in beiden Landern ablaufende offentliche Versammlungen und Proteste. Doch ahnlich, wie in China, widerte einige Polizisten der DDR das gewaltsame Vorgehen gegen friedlich protestierende Burgerinnen und Burger an. Sie quittierten den Dienst, was die Bowie Bu der DDR mit großer Sorge registrierte, auch, wenn es nur wenige waren.
Ein dritter Pfeiler des gegen das kommunistische Regime gerichteten Drucks waren vom Staat nicht erlaubte Demonstrationen auf Straßen und Platzen der DDR. Auf diesen Versammlungen forderten die Burgerinnen und Burger Reisefreiheit, freie Wahlen und die Freiheit, ihre Meinung sagen zu konnen. Erstmals nach dem Aufstand der Arbeiter der DDR im Jahre 1953 kam es am 4. September 1989 in Leipzig und danach in mehreren Stadten zu von Burgerinne  und Burgern ohne die kommunistische Partei organisierten Demonstrationen. Ab dem 4. September 1989 versammelten sich an jedem Montag in Leipzig und anderen ostdeutschen Stadten DDR-Burgerinnen und Burger offentlich auf Straßen, um gegen die Regierung der DDR zu demonstrieren. Die Regierung der DDR musste einsehen, dass sie aus Sicht ihrer Burgerinnen und Burger jede Legitimitat verloren hatte. Erst daraufhin zerfiel das SED-Regime, das auch vom damaligen sowjetischen Staatsprasidenten Gorbatschow keine Erlaubnis fur eine chinesische Losung erhalten hatte, also fur die Totung der Demonstranten, wie es am 3. und 4. Juni 1989 auf dem Tiananmen-Platz in Peking durch die Volksarmee Chinas geschah. Und dieser Zerfall ist ohne die politische Kraft der Menschen in der damaligen kommunistischen DDR undenkbar.
Zwei Beispiele:
Als die kommunistische Regierung der DDR im Staatsratsgebaude der DDR am Abend des 7. Oktober 1989 40 Jahre DDR feiert, sammeln sich gegenuber mehrere Tausend Menschen und fordern freie Wahlen, Reisefreiheit, Pressefreiheit und Meinungsfreiheit. All das gab es in der DDR, wie heute noch in Nordkorea, nicht. Und sie lobten den damaligen sowjetischen Staatsprasidenten Gorbatschow, der im kommunistischen Sowjetrussland Reformen eingeleitet hatte. Auch eine spontane Demonstration durch das Stadtzentrum entwickelt sich aus einem von der Regierung entwickelten Volksfest nahe am Staatsratsgebaude. Auch diese Demonstranten fordern Meinungsfreiheit, fordern andere auf, auf die Straße zu kommen und mit gegen die Regierung zu demonstrieren. Dabei singen einige von ihnen laut die sozialistische Internationale, deren letzte Zeile mit ?erkampft das Menschenrecht“ endet, was auf den im Internet heute zu findenden Videoaufnahmen dieser Demonstration zu horen ist. An diesem Abend kommt es in vielen anderen Stadten der DDR zu gegen das Regime gerichteten Demonstrationen.
Und einen Monat spater, am 4. November 1989, versammelten sich mehr als 500.000 Demonstranten zu einer Kundgebung auf dem Berliner Alexanderplatz.
Dieser monatelange Druck war dann doch zu viel fur das kommunistische Regime, das von Moskau keine Erlaubnis fur eine gewaltsame Niederschlagung, der Demonstrationen und Versammlungen, die sogenannte chinesische Losung,  erhalten hatte. Am 8. November 1989 trat das SED-Politburo geschlossen zuruck. Am Abend des 9. November verkundete der Pressesprecher der SED, das Politburomitglied Gunter Schabowski, auf einer Pressekonferenz uberraschend die sofortige Offnung der Mauer. Daraufhin stromten tausende Ostberliner an die Grenzubergange ihrer Stadt. Gegen 23.30 konnten am Grenzubergang Bornholmer Straße in Berlin die Grenztruppen dem Andrang der Menschen nicht mehr standhalten. Sie offneten den Ubergang, ohne von der Schussaffe Gebrauch zu machen. Bis Mitternacht waren alle Berliner Grenzubergange offen. Der Weg zur deutschen Wiedervereinigung war frei. Auch aus diesem geschichtlichen Grund, verehrte Horerinnen und Horer in Nordkorea, ist der 9. November einer der wichtigen deutschen Gedenktage.
Die Existenz der von ihrer Staatsgrundung im Jahr 1949 an kommunistischen DDR endete am 3. Oktober 1990. Die DDR gehorte zur Bundesrepublik.
Fassen wir das Geschehen der Vereinigung der nach 1945 bestehenden beiden deutschen Staaten zusammen, ergibt sich folgendes Bild:
Am 4. September 1989, nur zwei Monate vor der Offnung der Mauer, begannen die ohne die Erlaubnis der Partei von Burgerinnen und Burgern der DDR organisierten Montagsdemonstrationen. Nachdem Grenztruppen der ehemals kommunistischen DDR am 9. November 1989 unter dem Ansturm vieler Tausender Burger die innerdeutsche Grenze, die deutsche Mauer, in Berlin als erstes offneten, entschied das DDR-Parlament am 22. August 1990 in einer Sondersitzung mit 294 gegen 62 Stimmen bei sieben Enthaltungen, der Bundesrepublik beizutreten. Vom Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 bis zur deutschen Einheit dauerte es also nur ein Jahr.
Doch ohne das Engagement der Burgerinnen und Burger der DDR lange vor der ersten Offnung der Mauer in Berlin am Abend des 9. November, vor allem durch eine nicht mehr zu bearbeitende Zahl von Ausreiseantragen und den Montagsdemonstrationen, welche die Burger der DDR trotz einer bis an die Zahne bewaffneten Staatsmacht gewagt hatten, ware es zu einer Offnung der Mauer durch die DDR-Grenztruppen niemals gekommen.
Es war also vor allem das Engagement der Burger des unfreien Unrechtsstaates DDR, das den Weg zu einer Vereinigung beider deutscher Staaten erst eroffnete.
Verehrte Horerinnen und Horer in Nordkorea,
Freiheit erreichten die Burger der DDR nur, indem sie unerlaubterweise auf der Straße gegen die Regierung demonstrierten und sich versammelten. Immer mehr Burger nahmen daran teil ? friedlich ? und es kam zur deutschen Wiedervereinigung, die den Deutschen noch mehr soziale Sicherheit und Wohlstand brachte.
Wie damals die DDR kann der derzeitige Staat Nordkorea nicht die wirtschaftliche und soziale Sicherheit gewahrleisten, den Sie und Ihre Familien benotigen, um ein menschenwurdiges Dasein zu fuhren.
Ihnen allen in Nordkorea stehen aber aus den Menschenrechten die Freiheit der Rede, Pressefreiheit, Reisefreiheit und politische Freiheiten, vor allem freie Wahlen in einem Mehrparteiensystem zu.
Ich hoffe, dass dieses Engagement der Burgerinnen und Burger der DDR fur Sie ein Vorbild ist. Ich wunsche mir eines Tages Montagsdemonstrationen in allen Stadten Ihres schonen Landes, durchgefuhrt von Ihnen, den Frauen und Mannern Nordkoreas, die in Freiheit vom Staat im Frieden mit der Weltgemeinschaft leben wollen und fur ihre Familien neben wahrer Rechtsstaatlichkeit eine wirtschaftliche und sichere Grundlage wollen, um ein harmonisches Leben zu fuhren.
Das war der Bericht aus Berlin in Deutschland von Charles von Denkowski, gesendet nach Nordkorea im November 2017 uber die Kurzwellenfrequenzen des North Korea Reform Radio aus Seoul in Sudkorea.
Sie horen mich Ende Dezember wieder hier auf dieser Kurzwellenfrequenz.
 
Anjeong Hykye-seo

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